Welche Warenwirtschaft Produkte per Schnittstelle anlegen lässt, und woran der Zugang hängt

Geschrieben vonNeo
Geprüft vonVu Minh Tran

Veröffentlicht am 4. September 2026Neu

Kein AI-Slop Blog-Beitrag

Ein verzweigter Fluss von oben, in Atkinson-Dither. Viele Arme führen Wasser ueber die Kiesfläche, einer am Rand liegt trocken.
Kurz gesagt

Von acht geprüften Warenwirtschaften lassen sieben eine fremde Anbindung Produkte anlegen: JTL-Wawi, Itsperfect, Xentral, PlentyONE, Billbee, weclapp und Afterbuy. Pickware fällt heraus, weil die aktuelle Schnittstelle für Produkte nur das Recht products:read kennt und keine der 38 dort dokumentierten Mutationen einen Artikel erzeugt. Das Trennende ist dabei seltener das Können als der Zugang: bei JTL-Wawi hängt er an einer zubuchbaren Lizenz und einer Freigabe im Programm, bei Xentral und Pickware an der Pakethöhe, bei weclapp an der Edition, bei Afterbuy an einem kostenpflichtigen Zusatz, bei Billbee an einem Schlüssel, den der Entwickler beantragt, und bei PlentyONE und Itsperfect richtet der Händler den Zugang im System selbst ein. Sechs der acht Hersteller tragen einen angelegten Artikel mit ihrem Shopify-Connector danach selbst in den Shop, bei Billbee und Pickware laufen Produktdaten dagegen nur von Shopify her. Der ganze Vergleich steht auf Herstellerdokumentation mit Stand 03.09.2026, und kein einziger dieser Endpunkte wurde dafür aufgerufen.

Sieben der acht geprüften Warenwirtschaften legen Produkte über ihre Schnittstelle an

Wer sein Sortiment nicht mehr von Hand einpflegen will, hat zwei Fragen zu klären, und die erste ist die leichtere: kann ein fremdes Programm in meiner Warenwirtschaft überhaupt einen Artikel erzeugen? Die Warenwirtschaft ist das Programm, in dem dein Sortiment, deine Preise und deine Lagerzahlen geführt werden und aus dem heraus Shop und Marktplätze beliefert werden. Erzeugen heißt dabei mehr als eine Zeile mit einer Artikelnummer: Titel, Beschreibung, Varianten, Bilder und die selbst definierten Felder gehören dazu, also alles, was sonst jemand in der Oberfläche eintippt.

Diese Frage haben wir am 03.09.2026 für acht Systeme an der Dokumentation der Hersteller geprüft. Sieben davon beschreiben einen Endpunkt, der einen Artikel anlegt. Ein Endpunkt ist eine einzelne Adresse der Schnittstelle, an die ein anderes Programm seinen Auftrag schickt, hier also den Auftrag "lege diesen Artikel an".

Bei JTL-Wawi führt der Weg über eine Adresse für Artikel, POST /v2/items. Die Referenz zum Anlegen eines regulären Artikels verlangt eine Kategorie, die Kennungen des Artikels wie Artikelnummer und GTIN, die weltweit eindeutige Nummer hinter dem Strichcode, sowie je Sprache einen Beschreibungsblock mit Artikelname, Kurztext, Langtext und den Feldern für die Suchmaschine. Preise, Maße, Lieferanten, Varianten und selbst definierte Felder dürfen im selben Datenpaket mitkommen, das der Aufruf an diese Adresse schickt.

Xentral nimmt einen Artikel über eine Adresse für Produkte entgegen. Die Referenz zum Anlegen eines Produkts nennt als Pflicht nur zwei Angaben, den Namen und das Projekt, und lässt daneben Beschreibung, Kurzbeschreibung, EAN, die Felder für den Vertriebskanal und bis zu vierzig Freifelder zu.

PlentyONE trennt den Artikel von seinen Texten. Das Tutorial zum Anlegen eines Artikeldatensatzes kommt beim Anlegen mit sehr wenig aus: eine Variante, eine bereits vorhandene Kategorie und eine Mengeneinheit genügen. Titel, Beschreibung und die Angaben für die Suchmaschine folgen danach über einen zweiten Aufruf, der die Beschreibungen einer Variante schreibt.

Billbee führt seinen Anlege-Aufruf in der Swagger-Dokumentation der Billbee-API; Swagger ist die durchklickbare Fassung einer Schnittstellenbeschreibung, in der jede Route mit ihren Feldern steht. Pflicht sind dort sieben Felder: vier rund um Preis und Steuer, dazu die Artikelart und die beiden Schalter für digitale und für konfigurierbare Ware. Im Artikelmodell ist jede Variante ein Artikel für sich, eine Gruppe darüber führt es nicht.

weclapp legt einen Artikel in einem einzigen Aufruf an, dokumentiert in der OpenAPI-Spezifikation von weclapp, der maschinenlesbaren Feldliste, aus der sich Doku und Testwerkzeuge speisen. Das Datenpaket trägt Name, Beschreibung, Langtext, Artikelnummer, Artikelart, Einheit, EAN, Preise und die Zusatzfelder des Mandanten.

Itsperfect nimmt neue Artikel über eine Adresse für Artikel an, Farbvarianten und EANs jeweils über eine eigene Unterroute. Die Referenz zur Platform-API weist dabei auf keiner offen zugänglichen Seite aus, welche Felder Pflicht sind. Die ältere Feldliste zur Version 2 nennt immerhin die Struktur aus Farben, Größen, Barcodes und Beschreibung.

Afterbuy fällt aus der Reihe, weil die Schnittstelle mit XML arbeitet, einem Textformat, in dem jedes Feld von einem benannten Etikett eingefasst wird. Alles läuft über eine einzige Adresse, und ein Schalter im Aufruf entscheidet, ob ein Produkt dabei neu entsteht. Die XML-Dokumentation von Afterbuy sagt zu diesem Aufruf wörtlich:

Updates or creates products in the Afterbuy Shop.

Pflichtfeld ist dort allein der Name, und ein Aufruf trägt bis zu 250 Produkte.

Bei Pickware kennt die Schnittstelle für Produkte nur das Lesen

Pickware hat eine öffentliche Schnittstelle, und für Produkte reicht sie nur zum Lesen. Die aktuelle Pickware-Entwicklerdokumentation beschreibt eine GraphQL-Schnittstelle im Schema 2026-06-unstable, das als Early Access geführt wird und Änderungen mit Bruch ausdrücklich vorbehält. GraphQL trennt Abfragen von Änderungen: Änderungen heißen dort Mutationen, und jede muss einzeln im Schema stehen.

Am 03.09.2026 standen dort 38 Mutationen. Sie decken Bestand, Lieferantenbestellungen, Wareneingänge, Lieferanten, Lager und Lagerplätze ab, dazu Chargen, Kunden und einzelne Einstellungen am Produkt wie Standardlagerplatz und Nachbestellregel. Keine davon erzeugt einen Artikel oder ändert Name, Beschreibung, Varianten oder Bilder.

Dasselbe Bild zeigt die Rechteliste. Die Seite zu Authentifizierung und Rechten führt je Bereich die Stufen None, Read und Write, für Produkte aber nur einen einzigen Eintrag:

products:read: Read products and variants.

Ein Schreibrecht für Produkte gibt es dort nicht. Wer mit Pickware arbeitet und Artikel automatisch anlegen will, legt sie deshalb direkt über die Shopify Admin API an, die Schnittstelle des Shops selbst; Pickware importiert sie anschließend.

Der Zugang entscheidet häufiger als die Frage, ob das System es könnte

Nach der ersten Frage kommt die zweite, und die ist in der Praxis die härtere: komme ich als Händler an diese Schnittstelle überhaupt heran? Sieben Systeme können anlegen, und sie hängen den Zugang an sehr verschiedene Bedingungen. Auch der Ort, an dem diese Bedingung nachzulesen ist, wechselt: bei Xentral, Pickware, weclapp und JTL steht sie auf der Preisseite, bei JTL zusätzlich im Handbuch, und bei Billbee in einem Formular beim Hersteller.

Drei Muster sind dabei zu unterscheiden. Beim ersten ist die Schnittstelle ein Produkt für sich, das gebucht und bezahlt wird: so bei JTL-Wawi und bei Afterbuy. Beim zweiten hängt sie an der Höhe des gebuchten Pakets und ist im kleinsten Tarif gar nicht ausgewiesen: so bei Xentral, bei Pickware und bei weclapp. Beim dritten richtet der Händler den Zugang im System selbst ein, ohne einen Antrag beim Hersteller: so bei PlentyONE und Itsperfect, und innerhalb der passenden Edition auch bei weclapp. Billbee liegt quer dazu, weil dort zwei Parteien je einen Teil des Zugangs halten.

Für die Frage, ob eine Produktanlage automatisierbar ist, sind beide Prüfungen nötig. Bei Pickware etwa steht auf der Preisseite in den beiden unteren Paketen ein Nein beim API-Zugriff, und für einen Händler in einem dieser Pakete ist damit auch die Frage nach dem Endpunkt beantwortet.

JTL-Wawi verlangt eine zubuchbare Lizenz und eine Freigabe im Programm selbst

JTL bietet zwei Wege zur selben Oberfläche der Schnittstelle, einen für die lokal installierte Wawi und einen über die JTL Cloud. Beim lokalen Weg bucht der Händler laut Anleitung zur Lizenz für die JTL-Wawi API zunächst diese Lizenz im JTL-Kundencenter. Die Anleitung führt sie als zubuchbar in den Editionen Advanced und Pro, als eingepreist in Enterprise und als nicht enthalten in JTL Start. Die Preisseite von JTL weist die REST-API am 03.09.2026 je nach Edition mit 199 EUR und mit 99 EUR im Monat aus; REST bezeichnet dabei die Bauart einer Schnittstelle, bei der jede Ressource unter einer festen Adresse liegt und ein Aufruf einen Vorgang erledigt. Zugleich führt der Hersteller die Schnittstelle derzeit als kostenfreie Open Beta in einem Pilotprogramm.

Danach kommt ein zweiter Schritt, den keine Preisseite abnimmt. Der Händler startet den REST-Server der Wawi, das Programm, das die Schnittstelle auf dem Rechner des Händlers überhaupt erst erreichbar macht, und registriert die anbindende Anwendung unter Admin und App-Registrierung. Die Registrierung läuft in zwei Stufen: die Anwendung meldet sich mit ihren Angaben und einem Prüfcode an, ein Mensch gibt sie in der Wawi frei, und erst danach liefert ein zweiter Aufruf den API-Schlüssel samt der gewährten Rechte, genau einmal.

Über die Cloud sieht es anders aus. Dort registriert der Anbindende seine Anwendung im JTL Partner Portal und holt sich per OAuth ein Zugangs-Token, also einen befristeten Schlüssel, der hier 24 Stunden gilt. OAuth ist das Verfahren, das eine Anwendung ihre Kennungen gegen einen solchen Schlüssel eintauschen lässt, statt das Passwort des Händlers zu speichern. Diese Variante setzt laut Überblick zur ERP-Integration voraus, dass der Händler seine Wawi mit der JTL Cloud verbunden hat.

Xentral und Pickware nennen den Zugriff erst ab einem höheren Paket

Bei Xentral ist der technische Teil unkompliziert. Ein Administrator erzeugt in den Kontoeinstellungen unter Developer Einstellungen ein persönliches Zugangs-Token und hängt daran die Rechte je Ressource; für die Produktanlage ist das Recht product:create nötig. Ein OAuth-Verfahren oder ein Partnerprogramm verlangt Xentral dafür nicht.

Die Hürde steht auf der Preisseite. Die Preisübersicht von Xentral listet den API-Zugriff am 03.09.2026 unter dem Paket Business, das dort ab 649 EUR im Monat beginnt. Im Paket Starter zu 349 EUR im Monat taucht er nicht auf. Auch der Shopify-Connector auf Basis von Xentral Connect setzt laut derselben Seite dieses Paket voraus, obwohl er selbst als kostenlos ausgewiesen ist.

Pickware handhabt es genauso, mit einer zusätzlichen Ebene. Die Preisseite für Pickware auf Shopify beantwortet die Frage nach dem API-Zugriff mit einer Zeile pro Paket: Starter nein, Advanced nein, Professional ja, Enterprise ja. Professional steht dort bei 539 EUR im Monat im Jahresvertrag. Der damit freigeschaltete Zugriff enthält für Produkte weiterhin allein das Leserecht products:read.

Bei weclapp, PlentyONE und Itsperfect erzeugt der Händler den Zugang selbst

weclapp arbeitet mit einem benutzerbezogenen Token. Laut Wissensdatenbank von weclapp findet jeder Benutzer seinen Token in den eigenen Einstellungen, und die Anbindung schickt ihn als Kopfzeile mit. Für die Rechteverwaltung folgt daraus: der Token trägt genau die Rechte des Benutzers, dem er gehört, und eine Anbindung darf damit nie mehr als dieser eine Mensch. Die Preisseite führt die API-Schnittstelle am 03.09.2026 mit dem Zusatz "nur DL & Handel", sie ist also ab der Edition ERP Dienstleistung enthalten, die dort mit 86 und 95 EUR je Nutzer und Monat steht, und im ERP Starter zu 39 EUR nicht gelistet.

PlentyONE verlangt einen Anmeldevorgang statt eines fertigen Schlüssels. Die Anbindung meldet sich mit Benutzername und Passwort eines PlentyONE-Kontos an und bekommt ein Token zurück. Entscheidend ist dabei die Rechtevergabe: die Rechte an der REST-Schnittstelle werden laut Handbuch zur REST-API pro Rolle einzeln freigeschaltet und sind standardmäßig nicht gesetzt. Ein technisch gültiges Token kann also an jeder einzelnen Route scheitern. Zum Preis schreibt der Hersteller in seinem Beitrag zu den KMU-Editionen vom 18.06.2025, jeder Tarif enthalte eine REST-API; ob das auch für die Edition Lite gilt, haben wir der Feature-Tabelle nicht entnommen.

Itsperfect legt die Dokumentation ohne Anmeldung offen und lässt den Zugang im ERP erzeugen, so heißt bei diesem Hersteller die Warenwirtschaft selbst. In der Version 3 tauscht die Anbindung Benutzername und Passwort gegen ein Token, das eine halbe Stunde gilt; in der Version 2 legt der Händler den Token unter Settings und API selbst an und hakt dort die Rechte ab. Ein Partnerprogramm gibt es nicht, und der Hersteller zählt die Schnittstelle zum Funktionsumfang des ERP. Ob dafür ein Aufpreis fällig wird, steht auf keiner Herstellerseite, die wir am 03.09.2026 gefunden haben.

Billbee verlangt einen Schlüssel vom Entwickler und ein Passwort vom Händler

Billbee teilt den Zugang auf zwei Parteien auf, und wer nur eine Hälfte hat, kommt nicht durch. Die erste Hälfte gehört der Anbindung: der Entwickler beantragt bei Billbee über ein Formular einen API-Schlüssel für seine Anwendung, und dieser Schlüssel gilt dann für alle Händlerkonten, die diese Anwendung nutzen. Die zweite Hälfte gehört dem Händler. Er schaltet den Zugriff laut Anleitung zum Einrichten des API-Zugriffs in seinen Einstellungen frei und vergibt dort ein API-Passwort, mit dem sich die Anwendung als er anmeldet.

Zu den Kosten hat Billbee seit dem 01.11.2025 ein Freimodell. Die Seite zur Nutzung der Billbee-API nennt 100.000 Aufrufe je Monat und Anbindung ohne Berechnung, darüber hinaus 0,0005 EUR je Aufruf. Ein Siegel als geprüfte Anwendung ist möglich, für den Betrieb aber keine Bedingung.

Afterbuy verkauft die Schnittstelle als kostenpflichtigen Zusatz im Konto

Bei Afterbuy ist der Weg zum Zugang kurz und führt durch das eigene Konto. Der Händler öffnet im Management Center den Bereich für die Vertriebskanäle, dort den Punkt für den eigenen Onlineshop und darin die Schnittstelle zu Afterbuy. Nach dem Ausfüllen des Formulars erscheinen die Zugangsdaten laut Dokumentation zur Shop- und XML-Schnittstelle sofort.

Die Schnittstelle ist dabei ein bezahltes Zusatzprodukt, ausgewiesen mit 20 EUR im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer je Schnittstelle, und 50.000 Aufrufe am Tag sind darin enthalten. Ein Partnerprogramm gibt es nicht. Die Anmeldung läuft über zwei Tokens, ein Partner-Token und ein Konto-Token, die seit dem 01.01.2024 beide vorgeschrieben sind.

Nur Afterbuy nimmt die Produktbilder im selben Aufruf entgegen wie den Artikel

Bilder und Varianten kommen bei diesen Systemen sehr unterschiedlich ins Produkt, und nur bei einem von ihnen trägt der Anlege-Aufruf die Bilder gleich mit. Eine Variante ist die einzelne Ausprägung eines Artikels, also die Uhr in Silber am Milanaise-Band gegenüber derselben Uhr in Schwarz am Lederband.

Bei Bildern steht Afterbuy allein da: der XML-Aufruf trägt bis zu zwölf Bilder mit ihren Adressen für Vorschau, Liste und Zoom direkt mit. Xentral, PlentyONE, Billbee und weclapp haben je eine getrennte Bildroute, die nach dem Anlegen aufgerufen wird. JTL-Wawi nimmt im Rumpf der Version 2 nur eine Bild-Kennung entgegen und hat dort keinen Endpunkt zum Hochladen; das Hochladen selbst ist nur in der älteren Fassung v1 dokumentiert. Für Itsperfect weist keine offen zugängliche Seite einen Weg aus, ein Bild zu schreiben: die Feldliste der Version 2 führt Bilder als Lesefelder, und die Version 3 hat keine Bildroute.

Bei Varianten unterscheiden sich die Modelle grundlegend. Xentral und JTL-Wawi lassen Varianten im selben Rumpf mitkommen. PlentyONE verlangt je Variante einen zweiten Aufruf, weclapp legt jede Variante zuerst als eigenen Artikel an und verbindet sie danach über zwei weitere Routen, und Itsperfect hat für Farben eine eigene Unterroute, während Größen dort nur lesbar sind. Afterbuy baut sie zweistufig, indem zuerst die Einzelartikel entstehen und danach ein Set angelegt wird, das die Kennungen der Kinder einsammelt. Im Artikelmodell von Billbee ist jede Variante ein vollwertiger Artikel für sich; ein Varianten- oder übergeordnetes Feld führt das Modell nicht.

Sechs der acht Hersteller tragen die angelegten Artikel mit ihrem Connector nach Shopify

Alle acht Hersteller bieten selbst einen Connector für Shopify an, also eine fertige Anbindung ohne einen dritten Anbieter dazwischen, und bei sechs von ihnen läuft sie in die Richtung, auf die es hier ankommt. JTL, Itsperfect, Xentral, PlentyONE, weclapp und Afterbuy beschreiben ihre Anbindung so, dass die Warenwirtschaft der Artikelstamm ist und die Artikeldaten von dort nach Shopify wandern. Wie weit das jeweils reicht, steht je Hersteller unterschiedlich beschrieben: Xentral nennt Texte, Meta-Angaben, Bilder, Freifelder und Matrixprodukte mit ihren Varianten, also Artikel, deren Ausprägungen aus einem Raster wie Größe mal Farbe entstehen. weclapp nennt Stammdaten, Preise, Texte, Artikelbilder und Variantenartikel mit bis zu drei Optionen. JTL nennt Artikel, Varianten, Kategorien, Preise, Bestände, Tags und Metafelder, die Zusatzfelder also, die ein Shop neben seinen vorgegebenen Feldern führt. Ein per Schnittstelle angelegter Artikel landet damit ohne einen zweiten Anbieter im Shop.

Zwei Anbindungen laufen andersherum. Billbee zieht Artikel aus Shopify heraus und spielt Bestand und Versandstatus zurück; der Hersteller schreibt dazu selbst, die eigentlichen Produktdaten wie Preise, Texte und Bilder pflege der Händler weiterhin in Shopify. Pickware macht es genauso: Shopify ist der Produktstamm, beim Verbinden werden alle Produkte importiert, und die Hilfeseite zur Migration auf Pickware für Shopify hält fest, dass Produkte und ihre Details primär in Shopify verwaltet werden.

Zwei Einschränkungen gehören dazu, weil sie die Rechnung verändern. Bei JTL ist für Shopify-Shops, die ab dem 24.01.2024 angelegt wurden, die Übertragung personenbezogener Daten erst ab dem Shopify-Paket Grow möglich oder über die JTL-Connector-App aus dem Shopify App Store. Und der Afterbuy Connector nutzt laut Hersteller die REST-Schnittstelle von Shopify, kennt keine Zusammenführungslogik und setzt deshalb voraus, dass der Shop beim ersten Lauf leer ist; der Vollabgleich läuft einmal täglich am frühen Morgen, der Bestand zweimal je Stunde.

Diese Übersicht steht auf Herstellerdokumentation, und Dokumentation ist kein Beweis

Der wichtigste Satz dieses Berichts ist eine Einschränkung. Für keine der acht Warenwirtschaften wurde einer der genannten Endpunkte aufgerufen. Alles oben stammt aus Referenzen, Handbüchern, Preisseiten und Spezifikationen der Hersteller, gelesen am 03.09.2026. Vor der ersten echten Anbindung bleibt ein Testaufruf gegen ein echtes Konto deshalb Pflicht.

Der Grund dafür steht in denselben Quellen. Bei JTL-Wawi trägt der Artikelbereich der aktuellen Spezifikation die Kennzeichnung beta, das Feld für die Bild-Kennung ist im Rumpf mit "tbd" beschrieben, und der alte Dokumentationshost leitet inzwischen auf eine 404-Seite um. Bei PlentyONE liefert die frühere Referenz für Artikel ebenfalls 404, gültig ist heute die Swagger-Oberfläche mit der zugehörigen OpenAPI-Datei. Die Seite zu den Aufrufgrenzen bei Xentral ist selbst als "under construction" gekennzeichnet. Und bei Itsperfect weist keine offene Seite die Pflichtfelder aus, während der Testserver des Herstellers einen leeren Rumpf annimmt, was über die echte Anlage nichts aussagt.

Wie weit Dokumentation und ausgelieferte Software auseinanderliegen können, haben wir in diesem Magazin zweimal gemessen. Beim Conversion-Tracking für ChatGPT Ads schrieb das Skript von OpenAI ein Cookie auf das Gerät des Besuchers, das in der Dokumentation gar nicht vorkommt. Und im Bericht darüber, dass dein Konto vorbereitet wird, nannte die Oberfläche eine Wartezeit von fünf bis sieben Tagen, die auf keiner der vier gelesenen Hilfeseiten steht.

Was in diesem Fall gilt

Von den acht am 03.09.2026 geprüften Warenwirtschaften beschreiben sieben einen Endpunkt, der ein Produkt anlegt, und eine beschreibt keinen: Pickware kennt für Produkte nur ein Leserecht und keine Mutation, die einen Artikel erzeugt. Auseinander gehen die acht bei der zweiten Frage, dem Zugang, und der sieht bei jedem Hersteller anders aus: eine zubuchbare Lizenz plus Freigabe im Programm bei JTL-Wawi, eine Mindest-Pakethöhe bei Xentral und Pickware, ein bezahltes Zusatzprodukt bei Afterbuy, ein beantragter Schlüssel plus Händlerpasswort bei Billbee, ein selbst erzeugtes Token bei PlentyONE und Itsperfect und bei weclapp ein selbst erzeugtes Token innerhalb der passenden Edition. Für einen bestimmten Shop entscheidet daher, was die Dokumentation seines Systems hergibt und was sein gebuchter Tarif einschließt. Für keines der acht Systeme ist der Anlege-Endpunkt bisher gegen ein echtes Konto gelaufen; die Grundlage dieser Übersicht ist Herstellerdokumentation vom 03.09.2026.

Kernerkenntnisse

  • 1

    Sieben der acht geprüften Warenwirtschaften dokumentieren einen Endpunkt, der Produkte anlegt.

    Am 03.09.2026 die Referenzen gelesen und je System die Anlege-Route notiert: JTL-Wawi POST /v2/items, Xentral POST /api/v2/products, PlentyONE POST /rest/items, Billbee POST /api/v1/products (Article_CreateArticle), weclapp POST /article, Itsperfect POST /api/v3/items, Afterbuy UpdateShopProducts mit ProductInsert=1.

    Gemessen am 3. September 2026

  • 2

    Pickware kennt in der aktuellen Schnittstelle für Produkte nur ein Leserecht.

    Am 03.09.2026 die Rechte-Tabelle unter pickware.dev/docs/authentication und die Liste der 38 Mutationen im Schema 2026-06-unstable durchgesehen: es gibt products:read und kein products:write, und keine Mutation erzeugt einen Artikel.

    Gemessen am 3. September 2026

  • 3

    Der Zugang zur Schnittstelle hängt je nach Hersteller an einer Lizenz, an der Pakethöhe oder an einem kostenpflichtigen Zusatz.

    Am 03.09.2026 die Preis- und Zugangsseiten aller acht Hersteller gelesen, darunter jtl-software.de/preise-und-tarife, xentral.com/de/preise, pickware.com/de/preise/shopify und docs.afterbuy.de. Preise und Paketzuschnitte können sich seither geändert haben.

    Gemessen am 3. September 2026

  • 4

    Ein Aufruf an Afterbuy nimmt bis zu 250 Produkte entgegen.

    Die XML-Dokumentation von Afterbuy nennt am 03.09.2026 für UpdateShopProducts eine Grenze von 250 Produkten je Aufruf; darüber antwortet die Schnittstelle mit Fehler 75.

    Gemessen am 3. September 2026

  • 5

    Nur Afterbuy nimmt Produktbilder im selben Aufruf entgegen, in dem der Artikel entsteht.

    Am 03.09.2026 je System die Felder der Anlege-Route gegen die dokumentierten Bildrouten gehalten. Xentral, PlentyONE, Billbee und weclapp führen eine getrennte Bildroute, JTL-Wawi nur in der älteren Fassung v1, und für Itsperfect weist keine offene Seite einen Bild-Upload aus.

    Gemessen am 3. September 2026

  • 6

    Sechs der acht Hersteller tragen Artikel mit ihrem Shopify-Connector aus der Warenwirtschaft in den Shop.

    Am 03.09.2026 die Connector-Seiten aller acht Hersteller auf die Richtung für Artikeldaten gelesen. Bei Billbee und Pickware beschreiben sie einen Artikelimport von Shopify her und keine Anlage in Shopify.

    Gemessen am 3. September 2026

  • 7

    Bei JTL-Wawi trägt der Artikelbereich der aktuellen Spezifikation die Kennzeichnung beta.

    Am 03.09.2026 die OpenAPI-Datei developer.jtl-software.com/openapi/erp/2.0.json gelesen, dort ist der Item-Bereich als beta markiert. Die Zuordnung von Kind-Artikeln steht laut Hersteller erst in der Vorabfassung 2.1.

    Gemessen am 3. September 2026

  • 8

    Kein einziger der genannten Endpunkte wurde für diese Übersicht aufgerufen.

    Die Recherche stützt sich ausschließlich auf Herstellerdokumentation mit Stand 03.09.2026. Ein Testaufruf gegen ein echtes Konto steht bei jedem der acht Systeme aus.

    Gemessen am 3. September 2026

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