Anzeigen laufen nur bei Free und Go, und das entscheidet für deinen Shop mehr als das Budget
Ob deine Kundschaft die Anzeigen überhaupt sieht, entscheidet ihr ChatGPT-Plan. OpenAI liefert Werbung ausschließlich an Nutzer der Pläne Free und Go aus. Free ist der kostenlose Zugang, Go der günstigste Bezahlplan, und alles darüber, also Plus, Pro und die Geschäftspläne, bleibt werbefrei.
Für einen Shop, der an Endkunden verkauft, ist das die passende Seite der Trennlinie. Wer Software oder Dienstleistungen an Marketer und Agenturen verkauft, wirbt um eine Zielgruppe, von der drei der fünf erfolglosen Werbetreibenden in unserem Bericht über acht veröffentlichte ChatGPT-Ads-Kampagnen selbst sagen, sie sitze auf den werbefreien Bezahlplänen. Fünf der acht Tests kamen dort auf null oder fast null Abschlüsse, und alle fünf bewarben Marketing-, SEO- oder Agenturleistungen. Die drei Tests mit Ergebnis richteten sich an Endkunden.
Für die Kalkulation deines Shops heißt das, dass dein Wunschkunde ChatGPT gratis oder auf dem günstigsten Bezahlplan nutzen muss. Wie viele Menschen das in Deutschland sind, lässt sich nicht beziffern: OpenAI veröffentlicht weder eine Nutzerzahl für Deutschland noch eine Aufteilung zwischen Free, Go und den höheren Plänen.
Bis das Konto Anzeigen ausliefern darf, laufen zwei getrennte Prüfungen
Für den Start brauchst du ein Werbekonto im Ads Manager Beta, also OpenAIs Oberfläche zum Anlegen und Verwalten von Kampagnen. Verlangt werden dafür ein Kontoname und ein Favicon, das ist das kleine quadratische Markenzeichen, das später in jeder Anzeige neben deinem Namen steht, dazu ein Abrechnungsprofil mit Zahlungsmittel.
Danach beginnt das Warten, und dabei laufen zwei Prüfungen, die OpenAI in der Hilfeseite zur Kontoeinrichtung ausdrücklich auseinanderhält:
Verification and account review are separate steps. Completing an identity or business verification flow does not always mean the ad account is ready to run campaigns immediately.
In unserem eigenen Konto ließ sich beides am 03.09.2026 über die Werbe-Schnittstelle nachlesen, also über den maschinellen Zugang, über den OpenAI dieselben Kontodaten ausgibt, die auch die Oberfläche zeigt. Die Prüfung des Werbetreibenden war am 02.09.2026 gegen 15:27 Uhr durch, die Bestätigungsmail von OpenAI kam um 15:45 Uhr. Die zweite Prüfung, die des Kontos selbst, lief seit dem 01.09.2026 um 07:41 Uhr UTC und war am Abend des 03.09.2026 noch unverändert offen. Das waren gut zwei Tage, in denen das Konto existierte, alle Felder gefüllt waren und trotzdem keine Anzeige ausgeliefert wurde. Am 04.09.2026 um 05:03 UTC ging sie durch, nach 2 Tagen, 21 Stunden und 22 Minuten.
Zwei Sätze aus derselben Hilfeseite ersparen dabei Umwege. Ein zweites Konto oder eine zweite Bewerbung beschleunigt nichts, im Wortlaut: "Duplicate applications or duplicate ad accounts do not bypass review and can create confusion about the correct advertiser account." Auf Anfrage geht es auch nicht schneller: "We are unable to expedite account review or ad review requests at this time." Wie lange die Kontoprüfung im Regelfall dauert, steht auf keiner der Hilfeseiten, die wir am 03.09.2026 gelesen haben. Eine Spanne nennt allein die Oberfläche des Anzeigenmanagers beim Anlegen des Kontos, dort im Wortlaut: "Dies kann 5 bis 7 Tage dauern." Den einzigen bezifferten Fremdwert dazu haben wir bei der US-Agentur Blue Compass gefunden, die zwölf Tage zwischen Antrag und Freigabe berichtet, nachzulesen in Dein Konto wird vorbereitet. Daneben stehen die gut zwei Tage aus dem eigenen Konto.
Die Karte wird nach der Auslieferung belastet, und beim Hinterlegen erscheint eine Vormerkung über 100 Dollar
Was beim Hinterlegen der Karte auf dem Bankkonto sichtbar wird, beschreibt OpenAIs Hilfeseite zur Abrechnung:
When you add a card, your bank may show a temporary $100 authorization while we verify your card. This is not a completed charge, and we automatically release the hold after verification. Depending on your bank, it may remain visible for up to 7 days.
Abgebucht wird davon nichts, die Vormerkung kann je nach Bank aber bis zu sieben Tage im Kontoauszug stehen bleiben. Wer die Firmenkarte mit jemandem teilt, der die Buchungen prüft, sagt diesen Posten besser vorher an.
Die eigentliche Abrechnung läuft im Nachhinein, also nach der Auslieferung der Anzeigen. Dazu bekommt dein Konto eine Zahlungsschwelle zugewiesen, das ist der Betrag an unbezahlten Ausgaben, der auflaufen darf, bevor die Karte belastet wird. OpenAI hält auf derselben Seite fest, dass diese Schwelle etwas anderes ist als dein Kampagnenbudget: "This is not the same as a campaign budget and is not an account spend cap." Neue Werbetreibende starten laut Hilfeseite typischerweise mit einer niedrigeren Schwelle, die mit der Zahlungshistorie steigen kann.
Der Fall, der einen laufenden Shop trifft, steht am Ende derselben Seite. Scheitert eine Zahlung, nachdem die Schwelle erreicht ist, können die Anzeigen aufhören auszuliefern, und Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen erscheinen im Ads Manager als "Not serving". Eine abgelaufene Firmenkarte legt den Kanal damit still, ohne dass an der Kampagne selbst etwas falsch eingestellt wäre.
Deine Zielseite muss OpenAIs Prüfprogramm durchlassen, sonst kommt die Anzeige nicht durch die Prüfung
Nach dem Einreichen einer Anzeige schickt OpenAI ein eigenes Programm auf die Zielseite, einen sogenannten Crawler, der Webseiten automatisch abruft und liest. Er heißt OAI-AdsBot, prüft die Seite gegen die Werberichtlinien und nutzt ihren Inhalt zusätzlich dafür, zu bestimmen, wann die Anzeige zu einem Gespräch passt. Die Hilfeseite dazu ist in diesem Punkt knapp: "You must allow OAI-AdsBot."
Blockieren kann ihn deine Seite an drei Stellen, die OpenAI einzeln aufführt. Die erste ist die robots.txt, die Datei, in der eine Website Crawlern mitteilt, welche Pfade sie abrufen dürfen. Die zweite sind vorgelagerte Schutzdienste wie Cloudflare oder Akamai, die automatisierten Verkehr abwehren und dabei ein 403 Forbidden zurückgeben. Die dritte sind Prüfungen in der Anwendung selbst, also CAPTCHAs, JavaScript-Aufgaben oder Verhaltensanalysen, die einen Besucher als Mensch bestätigen wollen. Für Cloudflare gibt OpenAI Entwarnung: OAI-AdsBot ist dort offiziell verifiziert und freigegeben.
Einen Weg an dieser Prüfung vorbei gibt es laut derselben Seite nicht, im Wortlaut der FAQ: "Do not rely on a manual bypass." Nach dem Freischalten müssen betroffene Anzeigen unter Umständen erneut hochgeladen oder zur Prüfung eingereicht werden, weil sich ihr Status nicht immer von allein aktualisiert.
Für einen Shopify-Shop hängen daran zwei praktische Punkte. Eine Zielseite hinter einer Anmeldung oder hinter dem Shop-Passwort liefert dem Prüfprogramm zu wenig Inhalt: OpenAI nennt Anmeldung, App-Store-Links, Deep-Links und regionale Sperren ausdrücklich als Ziele, die für Validierung und Prüfung womöglich nicht genügen. Und die Startseite ist selten die richtige Adresse, denn OpenAI empfiehlt für die Zielseite eine Produktseite, eine Kollektion oder eine Inhaltsseite. UTM-Parameter, also die Anhängsel in der Adresse, an denen deine eigene Auswertung den Kanal wiedererkennt, darfst du je Anzeige selbst ergänzen.
In jeder Anzeige stehen dein Markenname und dein Logo, das Bild ist quadratisch und höchstens 1200 Pixel groß
Eine Anzeige in ChatGPT besteht laut OpenAIs Anleitung zum Kampagnenstart aus deinem Markennamen, deinem Logo, einer Überschrift, einem Text, der Zieladresse und einem Bild. Sie erscheint unterhalb der Antwort, die ChatGPT dem Nutzer gerade gegeben hat.
Die Maße dafür stehen fest. Das Bild verlangt OpenAI als PNG oder JPG, quadratisch, höchstens 1200 mal 1200 Pixel, öffentlich erreichbar und als direkter Link auf die Bilddatei. Für die Überschrift empfiehlt OpenAI 16 bis 24 Zeichen und lässt höchstens 50 zu, für den Anzeigentext 32 bis 48 Zeichen bei höchstens 100.
Diese Empfehlung ist im Deutschen enger, als sie klingt. "Herrenuhren im Angebot" sind 22 Zeichen und schöpfen die empfohlene Überschriftenlänge damit bereits aus, und ein zusammengesetztes Substantiv wie "Damenarmbanduhr" verbraucht allein 15 davon. Wer die Obergrenze von 50 Zeichen nutzt, verlässt den Bereich, für den OpenAI eine Empfehlung ausspricht, und die Hilfeseite sagt nichts darüber, wie sich das auf die Auslieferung auswirkt.
Zur Menge rät OpenAI in die andere Richtung: mehrere Anzeigen je Angebot, wobei jede Variante von Überschrift und Text einen anderen Blickwinkel aufmachen soll statt dieselbe Aussage in anderen Worten zu wiederholen. Ein Konto fasst dafür bis zu 5.000 Kampagnen, 5.000 Anzeigengruppen und 5.000 Anzeigen. Abgelehnt wird eine Anzeige laut Hilfeseite, wenn Text, Bild oder Zielseite irreführend oder untereinander widersprüchlich sind oder gegen die Werberichtlinien verstoßen.
Gesteuert wird über Kontexthinweise und ein Höchstgebot je Klick, empfohlen sind drei bis fünf Dollar
Der Aufbau ist dreistufig. Die Kampagne trägt Ziel, Budget, Laufzeit und Zielland. Die Anzeigengruppe darunter trägt das Höchstgebot und die Kontexthinweise, das sind Beschreibungen der Gespräche und Themen, in denen dein Angebot passen könnte, im Bulk-Schema als JSON-Liste einzutragen. Die Anzeige selbst liegt in dieser Gruppe.
Als Ziel gibt es zwei Möglichkeiten. Das Kampagnenschema nennt sie Views und Clicks, in der Zeile zum Gebot heißt die erste Reach: dort setzt du ein Höchstgebot je tausend Einblendungen, bei Clicks eines je Klick. Beide Werte sind Höchstgebote, also Obergrenzen für das, was ein Klick oder tausend Einblendungen kosten dürfen.
Zum Einstieg empfiehlt OpenAI drei bis fünf US-Dollar je Klick. In den acht veröffentlichten Feldtests, die wir für den Bericht über die Kampagnenzahlen durchgesehen haben, lagen die tatsächlich gezahlten Klickpreise zwischen 1,72 und 13 Dollar. Für Kampagnen mit Gesamtbudget hat OpenAI angekündigt, die Ausgaben gleichmäßiger über die Laufzeit zu verteilen.
Damit steht die Rechnung, die vor der ersten Kampagne fällig ist. Der Deckungsbeitrag einer Bestellung, also der Betrag, der nach Einkauf, Versand und Zahlungsgebühren übrig bleibt, muss die Klickkosten bis zur Bestellung tragen. Bei fünf Dollar je Klick und den rund zwei Prozent Abschlussquote, die zwei der drei Feldtests mit Ergebnis gemessen haben, kostet eine Bestellung 250 Dollar an Klicks. Je nach Warenkorb und Marge fällt diese Rechnung völlig unterschiedlich aus, und aufstellen lässt sie sich, bevor das Konto überhaupt freigegeben ist.
Der Produktfeed bringt deinen Katalog in Anzeigen, in der Beta und ohne Shopify-Anbindung
Für Shops gibt es im Ads Manager einen eigenen Kampagnentyp, der Anzeigen aus deinem Produktkatalog baut. Grundlage ist ein Produktfeed, also eine Datei, in der jede Zeile ein Produkt mit Titel, Preis, Verfügbarkeit, Bild und Zieladresse beschreibt. Die daraus gebauten Anzeigen zeigen laut Hilfeseite Produktbild, Titel, Sterne, Preis, Aktionspreis und deine Marke.
Die Übergabe kennt drei Wege: eine CSV- oder TXT-Datei hochladen, eine feste HTTPS-Adresse hinterlegen, von der OpenAI die Datei abholt, oder eine SFTP-Verbindung einrichten. Die Einträge verfallen nach zwei Wochen, weshalb OpenAI die feste Adresse oder SFTP gegenüber dem einmaligen Upload empfiehlt. Produkte aus einem im Ads Manager angelegten Feed sind standardmäßig für Anzeigen freigegeben, solange ein Eintrag nicht ausdrücklich auf nicht anzeigenfähig gesetzt ist. Eine Anbindung an Shopify nennt keine der Seiten, die wir am 03.09.2026 gelesen haben, die Datei musst du also selbst bereitstellen.
Wer bereits einen Google-Shopping-Feed pflegt, kommt damit nicht automatisch durch. In OpenAIs Feed-Spezifikation steht, dass ein Google-kompatibler Feed ohne Umbenennen der Spalten nur dann hochgeladen werden darf, wenn OpenAI für den registrierten Feed bestätigt hat, dass dieses Format unterstützt wird, und dass andernfalls die eigene OpenAI-Spezifikation gilt. Dieselbe Seite schränkt ein, dass der Kompatibilitätspfad nicht jedes Programm, jeden Markt und jedes Attribut abdeckt.
Während der Beta sind die Produkte aus dem Feed ausschließlich für Anzeigen verwendbar und erscheinen nicht in den organischen ChatGPT-Antworten, wobei OpenAI diese Möglichkeit für später in Aussicht stellt. Und ob Feed-Kampagnen für ein deutsches Konto anwählbar sind, steht auf keiner der Hilfeseiten, weder als Zusage noch als Ausschluss.
Neun von zehn Einblendungen gingen an ein Handy, und aus 90 Klicks wurde keine Anfrage
Seit die Kontoprüfung am 04.09.2026 durch war, konnte das Konto ausliefern. In der Nacht auf den 06.09.2026 liefen zwei Kampagnen, die erste ab 23:26 Uhr Berliner Zeit, die zweite ab 00:30 Uhr, beide gestoppt um 12:38 Uhr. Zusammen kamen 11.789 Einblendungen und 90 Klicks heraus, dazu keine Konversion und keine Anfrage. Alle Einblendungen gingen nach Deutschland, das eingestellte Zielland. Was der Kanal danach über die Menschen hinter den Klicks ausgibt, steht im Bericht über diesen Testlauf.
91,4 Prozent der Einblendungen und 96,7 Prozent der Klicks kamen von einem Mobilgerät. Wer diesen Platz bucht, kauft damit fast ausschließlich Besuche vom Telefon ein. Die Zielseite muss dort laden, lesbar sein und einen Bestellweg anbieten, der mit einem Daumen funktioniert.
Ob aus einem Klick eine Bestellung wird, meldest du OpenAI über zwei Wege
Ein Messpixel auf der Seite meldet den Abschluss aus dem Browser des Käufers. Damit ein Abschluss einem Klick zugeordnet werden kann, hängt ChatGPT an die Zieladresse eine Kennung namens oppref, die das Pixel als Cookie ablegt. Die Conversions API meldet dieselbe Bestellung von deinem Server aus, also ohne den Browser dazwischen. Tragen beide Meldungen dieselbe Kennung für dasselbe Ereignis, behält OpenAI die zuerst eingegangene, und damit kostet ein Werbeblocker keine gezählte Bestellung und ein Doppelklick erzeugt keine zweite.
Welche Ereignisse dafür in Frage kommen, steht in Welche Ereignisse du messen solltest, und wie sich das Pixel mit der Einwilligung deiner Besucher verträgt, in Pixel und Einwilligung.
Was in diesem Fall gilt
Für einen Shopify-Shop, der Anfang September 2026 über ChatGPT Ads nachdenkt, steht Folgendes fest. Die Anzeigen erreichen ausschließlich Nutzer der Pläne Free und Go. Vor dem ersten Ausspielen laufen zwei getrennte Prüfungen, und die zweite stand in unserem eigenen Konto gut zwei Tage offen. Der Anzeigenmanager nennt dafür fünf bis sieben Tage, die Hilfeseiten nennen gar keine Dauer, und beschleunigen lässt sich die Prüfung laut OpenAI nicht. Beim Hinterlegen der Karte kann eine Vormerkung über 100 Dollar bis zu sieben Tage im Kontoauszug stehen, abgerechnet wird nach der Auslieferung über eine Zahlungsschwelle, die vom Kampagnenbudget unabhängig ist. Die Zielseite muss OAI-AdsBot durchlassen, sonst scheitert die Anzeigenprüfung, und einen manuellen Weg daran vorbei gibt es laut Hilfeseite nicht. Das Anzeigenbild ist quadratisch und höchstens 1200 mal 1200 Pixel groß, die empfohlene Überschrift 16 bis 24 Zeichen lang. Der Produktfeed steht in der Beta, verlangt Datei-Upload, feste Adresse oder SFTP und hat auf den gelesenen Seiten keine Shopify-Anbindung. Eine eigene Zahl steht inzwischen daneben: 11.789 Einblendungen und 90 Klicks aus zwei Kampagnen in einem deutschen Konto, keine einzige Anfrage darunter, und 91,4 Prozent der Einblendungen gingen an ein Mobilgerät.





